Client/Server Computing

Das rasante Wachstum der Informationstechnologie, die Organisation von Unternehmen als strategisch selbständige Einheiten, die Ausrichtung auf den Kunden und der zunehmende Kostendruck in den EDV-Abteilungen sind nur einige Gründe, die zu einem Umdenken in der bisher zentralistischen Großrechnerwelt geführt haben.Als wichtige Lösung für eine dezentrale EDV hat sich das Client/Server-Computing etabliert. Client/Server bedeutet nicht nur die Abkehr von zentralisierten Host- oder Mainframe-Systemen sondern auch größt-mögliche Flexibilität in Hinblick auf die verwendete Hardware, die geographische Verteilung und die eingesetzten Softwareprodukte.War es bisher die sehr teure „Individualsoftware", die vorwiegend eingesetzt werden mußte, so kann der Anwender heute zwischen erheblich billigeren Standardapplikationen von verschiedenen Herstellern (heterogene Software) wählen, die vom Leistungsumfang und in der Stabilität der „Individualsoftware" in nichts nachsteht.

Datenstrukturen werden in relationalen Datenbanken als Tabellen und Verknüpfungen abgebildet. Bestellungen von Kunden beispielsweise werden in einer Tabelle "Bestellungen" gespeichert, die nur die Verknüpfung der Tabelle "Kundendaten" mit der Tabelle "Artikel" sowie die Anzahl der bestellten Artikel enthält. Bei herkömmlichen Datenbanken dagegen wird in "Bestellungen" mehrfach nacheinander dieselbe Adresse und die dazugehörigen Artikeldaten und -menge gespeichert. Die Vorteile relationaler Datenbanken liegen aber nicht nur in der Reduktion redundanter Daten: Durch einfaches Erstellen neuer Tabellen und Verknüpfungen können die bestehenden Daten neu kombiniert werden, außerdem ist die Datenpflege einfacher, da die Daten nur an einer Stelle geändert werden müssen.Im Bereich der relationalen Datenbanken hat sich SQL als Abfragesprache durchgesetzt. SQL ist einfach, schnell erlernbar und es gibt eine Vielzahl von SQL-basierten Datenbanken für unterschiedliche Hardwareplattformen und Betriebssysteme.

Das Preis/Leistungsverhältnis ist im Vergleich zu herkömmlichen Systemen beim Einsatz von leistungsfähigen PCs und Standardapplikationen erheblich besser. Client/Server Computing baut auf einer verteilten Informationsstruktur auf. Intelligente Clients (Frontend), die in einem Netzwerk an einen gemeinsam benutzten Server (Backend) senden nur die Anfragen, die von ihnen benötigt werden.Auf dem Server befindet sich die gemeinsam benutzte Datenbank, auf die die Clients im Bedarfsfall zugreifen. Daraus resultieren einige Vorteile: die Datenbank kann zentral von allen benutzt werden das gemeinsame Arbeiten in einem Netzwerk steigert die Produktivität erheblich · die Netzbelastung wird reduziert· durch den Einsatz graphischer Benutzeroberflächen (z.B. Windows) auf den Clients können auch weniger geübte Anwender (unprofessional User) den Computer bedienen Die Client-Applikation (z.B. die SQL FIBU) mit der der Anwender arbeitet, läuft vollständig auf dem lokalen PC, dem Client. Werden Daten benötigt, dann sendet der Client eine Anfrage an den Server (z.B. „Anfrage zu Kunden-Nr. 3752"). Der Server bearbeitet die eingegangene Anfrage und sendet das Ergebnis zurück an den Client.